Wangechi Mutu

My Dirty Little Heaven

Wangechi Mutu - Künstlerin des Jahres

30.04.2010 - 13.06.2010

Wangechi Mutus Installation im Deutschen Guggenheim ist die erste Ausstellung im neuen Programm „Künstler des Jahres" der Deutschen Bank.

Wangechi Mutu - The Bride who married a Camel's head, 2009 - © Wangechi Mutu and Susanne Vielmetter - Los Angeles Projects

Wangechi Mutu
The Bride who married a Camel's head, 2009
© Wangechi Mutu and Susanne Vielmetter
Los Angeles Projects

Ausgewählt wurde die 1972 in Kenia geborene und heute in New York lebende Künstlerin auf Empfehlung des Global Art Advisory Councils der Deutschen Bank, das von den international renommierten Kuratoren Okwui Enwezor, Hou Hanru, Udo Kittelmann und Nancy Spector gebildet wird. Die Wahl Wangechi Mutus zur „Künstlerin des Jahres 2010" repräsentiert gleichermaßen wichtige Schwerpunkte des Kunstengagements der Deutschen Bank: Internationalität, Diversität und die Verbindung von künstlerischen Fragestellungen mit sozialen Themen. Im Unterschied zu vielen anderen Auszeichnungen ist „Künstler des Jahres" nicht mit einem Geldpreis dotiert, sondern fest in das Kunstprogramm der Deutschen Bank eingebettet, mit dem sie seit 30 Jahren weltweit Zugang zu zeitgenössischer Kunst schafft. Bei der Förderung junger Künstler geht es der Bank darum, neue und beachtenswerte Positionen einem breiten Publikum zu vermitteln und langfristige Impulse für die künstlerische Laufbahn zu geben. Deshalb wird der „Künstler des Jahres" in einer Einzelausstellung im Deutsche Guggenheim vorgestellt. Zusätzlich wird eine Auswahl von Arbeiten für die Sammlung angekauft. Der Fokus liegt dabei auf jungen Künstlern, die bereits ein unverwechselbares und außergewöhnliches Werk geschaffen haben, in dem Arbeiten auf Papier oder Fotografie eine wichtige Rolle spielen. 2010 werden Arbeiten von Mutu außerdem im Rahmen des neuen Kunstkonzepts für die modernisierten Türme des Frankfurter Hauptsitzes der Deutschen Bank auf einer ihr gewidmeten Etage zu sehen sein.

Wangechi Mutu - Intertwined, 2003 - © Wangechi Mutu and Susanne Vielmetter - Los Angeles Projects

Wangechi Mutu
Intertwined, 2003
© Wangechi Mutu and Susanne Vielmetter
Los Angeles Projects

Für ihre Einzelschau transformiert Mutu die Ausstellungshalle Unter den Linden in ein suggestives Environment, das gleichzeitig an einen schützenden Kokon wie an die improvisierten Konstruktionen in den Shanty Towns, Barackensiedlungen an den Peripherien von Metropolen wie Rio de Janeiro, Lagos oder Kapstadt, erinnert. Mit einfachen Mitteln wie grauen, filzartigen Decken aus recycelten Materialien oder braunem Paketklebeband fertigt sie organisch wirkende skulpturale Gebilde. Sie bedecken Wände und Böden der Ausstellungshalle und bilden gleichzeitig Rahmen und Hintergrund für Mutus Collagen und die neue Videoarbeit „Mud Fountain". Wangechi Mutus Installation ist auch von Erinnerungen an Berlin inspiriert. Als Schülerin — Mutu lebte damals in Wales — war sie hier als Mitglied eines Gospel Chors kurz nach dem Fall der Mauer zu Gast. Ihre Eindrücke von der materiellen Diskrepanz zwischen Ost- und West-Berlin sowie dem übermächtigen Verlangen der Menschen aus der ehemaligen DDR nach den Produkten, die sie bislang nur aus dem Fernsehen kannten und die sie wie Fetische zu verehren schienen, waren ein wichtiger Ausgangspunkt für das Projekt im Deutsche Guggenheim. Der vielleicht naheliegenden Vorstellung, dass sie eine „afrikanische" Künstlerin ist, die in ihrer Arbeit von der Kultur ihrer „Heimat" zehrt, setzt Wangechi Mutu einen multiperspektivischen Kosmos entgegen.

Friedhelm Hütte, Global Head of Art, Deutsche Bank AG

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