Die Grundlage für seine ebenso subtilen wie scharfsinnigen Werke bildet dabei das Papier – das Medium, auf dem er seine Projekte entwirft und dokumentiert. Ondáks Kunst erscheint an verschiedenen Orten wie Museen, Galerien, Biennalen, Kunstmessen, auf der Straße oder im häuslichen Umfeld. Er nutzt dabei vorgefundene Situationen, verändert oder inszeniert diese aber so, dass Erwartungen und Konventionen ins Wanken geraten.
Das Reisen, das Bewegen durch Raum und Zeit, ist ein kontinuierliches Thema in Ondáks Schaffen. So auch bei do not walk outside this area, einem Projekt, das er eigens für seine „Künstler des Jahres“-Ausstellung im Deutsche Guggenheim konzipiert hat. Der Weg durch die Installation führt über den originalen Flügel einer Boeing 737-500, der zwei Ausstellungsräume wie eine Brücke miteinander verbindet. In beiden Räumen sind Papierarbeiten und Insatallationen zu dem Thema „Reise“ zu sehen, wie etwa Balancing at the Toe of the Boot, 2010, eine Serie von sieben Postkarten und sechzehn nachempfundenen Zeitungsartikeln, die auf einer Kalabrienreise basiert. Um in den zweiten Teil der Ausstellung zu gelangen, bewegt man sich über die Tragfläche im Inneren des markierten Bereichs mit der Aufschrift: „Do not walk outside this area“, und betritt eben jene unerreichbare Fläche, die sonst nur aus dem Fenster des Passagierraums zu sehen ist.
Ondák spielt dabei nicht nur mit der Verkehrung von Innen und Außen, sondern auch mit den Konventionen des Kunstbetriebs. Jeder kennt die Verbote, Absperrungen und Grenzen, die Kunstwerken eine Aura des Wertvollen und Exklusiven verleihen und sie so fetischisieren: bitte nicht berühren, nicht zu nahe treten, nicht fotografieren. Ondáks Tragfläche ist jedoch keine weihevolle Skulptur, sondern fungiert als Gebrauchsgegenstand, den man betreten und berühren soll. Dieser Steg dient als „Start- und Landebahn“ für unsere Vorstellungen, Erinnerungen und Fantasien. Im Zeitalter globaler Mobilität lädt uns Ondák ein, eine innere, imaginäre Reise zu unternehmen.
Nach Wangechi Mutu (2010) und Yto Barrada (2011) ist Roman Ondák 2012 der „Künstler des Jahres“ der Deutschen Bank. Auf Empfehlung des Deutsche Bank Global Art Advisory Council, dem die renommierten Kuratoren Okwui Enwezor, Hou Hanru, Udo Kittelmann und Nancy Spector angehören, ehrt die Bank aktuelle Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein außergewöhnliches Werk geschaffen haben, in dem Arbeiten auf Papier oder Fotografie eine wichtige Rolle spielen.
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Pressemitteilung (pdf)
Edition (pdf)
Artist of the Year 2012 (pdf)
Pressebilder (pdf)
Brochure (pdf)
Flyer (pdf)
Kinder-, Jugend- und Familienprogramm (pdf)
Programm für Kindergärten und Schulen (pdf)
DG Magazin (pdf)
Photo Service
Vorbereitungen zu do not walk outside this area, 2012
Remote Journey, 2008
Collection Linde AG, Munich
Portrait of the Artist
Photo: Fabrizio Giraldi
Balancing at the Toe of the Boot (Detail), 2010 Courtesy Roman Ondák
Balancing at the Toe of the Boot, 2010 Courtesy Roman Ondák
kostenlose Führung durch die Ausstellung. Täglich 18:00 Uhr. mehr erfahren
Veranstaltungen und Workshops für junge Kunstliebhaber
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