Zu sehen ist eine Auswahl jüngerer Film- und Videoarbeiten von einigen der innovativsten und konsequentesten Medienkünstlern Indiens, die die grundsätzliche Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Leben und bewegten Bild thematisieren: Shumona Goelund Shai Heredia, Sonal Jain & Mriganka Madhukaillya vom Desire MachineCollective, Amar Kanwar sowie Kabir Mohanty. Alle der in Being Singular Plural vertretenen Künstler arbeiteten ursprünglich für das Kino und der Großteil von ihnen nimmt weiterhin an internationalen Filmfestivals teil. Sie verwenden Film und Video, um komplexe ästhetische, technologische und soziopolitische Statements zu formulieren, die kinematografische Strategien, Methoden,Formate und Inhalte des konventionellen Kinos und der globalen Medienindustriekritisch infrage stellen. Being Singular Plural erkundet und präsentiert das Unauffällige und das Unsichtbare.
Im Mittelpunkt des Ausstellungskonzepts steht die Idee des „Singulär Plural Seins", die der Philosoph Jean Luc Nancy 1996 erstmals in seinem gleichnamigen Buch formulierte: Ihm zufolge kann das Individuum nicht außerhalb seiner sozialen Zusammenhänge gedacht werden. Die Film- und Videobilder fungieren hierbei nicht als „Fenster zur Welt" oder Andeutungen von transzendenten Wahrheiten, sondern werden so, wie sie sind, präsentiert – gekennzeichnet durch ihre Evidenz. Wie Nancy argumentiert, verweist die Entleerung von Repräsentation, in der die Evidenz begründet liegt, auf das bewegte Bild als Selbstzweck und nicht als Mittel für einen Zweck, der außerhalb der Oberfläche des Bildes liegt. Diese Ausprägung von Wahrheit, die bereits in der Struktur und Materialität des bewegten Bildes angelegt ist, bricht mit gewohnten Vorstellungen davon, wie sich das bewegte Bild mitteilt – es versucht durch Affekte und Empfindungen Brücken zu schlagen.
Ausgehend von dieser Vorstellung, dass alles Sein miteinander verbunden ist, fordern die ausgewählten Filme und Videos den Besucher auf, eingefahrene Sichtweisen zu hinterfragen und die klassischen Kategorisierungen von Fakt und Fiktion, Kunst und Film, Objektivität und Subjektivität neu zu reflektieren. Durch den experimentellen Einsatz von Bildern, Tönen und Texten soll der Zuschauer aktiv in den Kunstprozess einbezogen und von einer passiven Rolle in den Zustand des „Wir", des „Zusammenseins" im unmittelbaren Hier und Jetzt versetzt werden.
Sandhini Poddar, Assistant Kuratorin für asiatische Kunst des Solomon R. Guggenheim Museum, New York
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Photo Service
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Amar Kanwar
The Face (from The Torn First Pages), 2005
© Amar Kanwar and Marian Goodman Gallery, New York/ Paris
Desire Machine Collective
Residue, 2009-10
© Sonal Jain and Mriganka Madhukaillya
Kabir Mohanty
Song for an ancient land, 2003-
© Kabir Mohanty
Shumona Goel and Shai Heredia
I am micro, 2009 -
© Shumona Goel and Shai Heredia
Being Singular Plural: Moving Images from India
Bilder Galerie: 5 Fotos
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