Agathe Snow:
All Access World


28.01.2011 - 30.03.2011

Agathe Snow entwirft künstlerische Visionen, die sich zwischen apokalyptischem Verfall und dem unerschütterlichen Glauben an menschliche Genialität und Gemeinsinn bewegen.

Ihre Performances und die wild wuchernden, in verschiedenen Medien ausgeführten Installationen erwachsen aus vielschichtigen Rahmenerzählungen und verlangen oftmals die direkte Partizipation der Betrachter. Snows langjähriges Interesse an den verzweigten Verbindungen zwischen Menschen und Orten war Inspiration für ihre jüngste Werkgruppe – die sechzehnte Auftragsarbeit in einer ehrgeizigen Reihe, die 1997 von der Deutschen Bank und der Solomon R. Guggenheim Foundation begründet wurde und zeitgenössischen Künstlern die Möglichkeit bietet, größere Projekte zu realisieren.

Thema der Ausstellung Agathe Snow: All Access World sind Monumente, Wahrzeichen und historische Stätten überall auf der Welt sowie die Art und Weise, wie diese die kollektive Erinnerung prägen und als wirkungsmächtige Symbole der nationalen Identität dienen. Snow lotet die Möglichkeiten aus, die didaktischen Aspekte dieser ikonischen Bauwerke zugunsten einer neuen Flexibilität aufzugeben, durch die ihnen größere Bedeutung für die Gegenwart zukäme und die sie zu Vehikeln des kulturellen Austauschs machen könnte. Dieser utopische Anspruch manifestiert sich in Snows Gründung von All Access World, einem fiktiven Unternehmen mit dem erklärten Ziel, „eine demokratischere Weise des Eigentums an Monumenten und deren Verteilung" zu fördern. Innerhalb dieses konzeptuellen Rahmens werden Monumente in einem respektlosen Prozess der Neuerfindung in Konsumprodukte verwandelt, die den jeweiligen Geschmack, das Interesse und die Erfahrungen des Einzelnen widerspiegeln können.

Während ihrer rastlosen Rundreise zu Wahrzeichen auf der ganzen Welt, die sie als Recherche für das Projekt unternommen hat, sah Snow ihre Sujets bald als überhöhte skulpturale Objekte, die aus wiederkehrenden geometrischen Formen wie Pyramiden, Kuppeln und Säulen zusammengesetzt sind. Durch Aneignung dieser archetypischen Formen als Versatzstücke hat sie eine Reihe von farben- und formenreichen Arbeiten geschaffen, für die sie auch einfache Gegenstände aus dem Haushalt sowie von der Straße aufgelesene Fundstücke verwendete. Statt vorgegebene historische Erzählungen und eine Form von Dauerhaftigkeit zu bestätigen, bricht Snow ihre Objekte durch verschiedene massenmediale Assoziationen sowie ihre eigenen persönlichen Erinnerungen und verleiht ihnen zudem eine Vielzahl von praktischen Funktionen. Antike Weltwunder und nationale Kulturschätze wie Stonehenge, Abu Simbel, das Kolosseum oder der Eiffelturm werden in diesem neuen Kontext mit zeitgenössischen Ikonen wie dem „Hollywood"-Schriftzug in Los Angeles, der Internationalen Raumstation ISS und der Skyline von New York kombiniert, um traumartige Hybridformen zu schaffen. Innerhalb des temporären „Showrooms" von All Access World im Deutsche Guggenheim sind die Besucher aufgefordert, sich physisch mit Snows Skulpturen auseinanderzusetzen und sie nach Belieben auf einer verzerrten Weltkarte neu zu platzieren, wodurch die geografischen Anordnungen ständig rekonfiguriert werden können. In einer Reihe von großformatigen Wandcollagen sowie Videoarbeiten werden die Orte, die Snow untersucht hat, weiter dekonstruiert, während der Begleitkatalog als ein Handbuch für Konsumenten dient, das die Vielzahl der Möglichkeiten aufzeigt, die die Marke All Access World bietet.


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Agathe Snow
Walls, 2010
© Agathe Snow

Agathe Snow
Arc de Triomphe, 2010
© Agathe Snow

Agathe Snow: All Access World
Bilder Galerie: 3 Fotos


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