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Anish Kapoor: Memory

30. November 2008 bis 1. Februar 2009

Am 29. November 2008 wird im Deutsche Guggenheim zum ersten Mal Memory (2008), die neue, bedeutende Installation des international anerkannten Bildhauers Anish Kapoor präsentiert. Das Werk wird vom 30. November 2008 bis zum 1. Februar 2009 ausgestellt.

Kapoors erstmalige Verwendung von Corten-Stahl markiert einen neuen Meilenstein in seiner künstlerischen Laufbahn. Memory schmiegt sich eng in den Ausstellungsraum des Deutsche Guggenheim. Die nur acht Millimeter dicke Corten-Hülle erweckt den Eindruck einer ephemeren und unmonumentalen Form, die der Schwerkraft zu trotzen scheint, während sie die Grenzen der Ausstellungshalle, ihre Wände, Böden und Decke, sanft berührt. Die Besucher sind gezwungen, sich aus geringer Distanz mit der Arbeit auseinanderzusetzen. Die Ausstellungshalle selbst ist perspektivisch in zwei klar getrennte Bereiche geteilt, während eine Treppe vom Deutsche Guggenheim SHOP zu einer dritten Perspektive führt, die durch eine zwei Quadratmeter große Öffnung einen Blick in das dunkle, höhlenartige Innere von Memory gewährt. Die Betrachter müssen versuchen, die wahrgenommenen Eindrücke der auf diese Weise fragmentierten Arbeit aus der Erinnerung zusammenzufügen. Der eigentliche Akt des Sehens verlangt so mehr Mühe und Aufmerksamkeit. Kapoor beschreibt diesen Prozess als die Herstellung einer ‚geistigen Skulptur’. Eher als Beteiligte denn als bloße Betrachter, wird man sich der eigenen Position im Raum intensiv bewusst.

Memorys Farbeigenschaften verweisen auf Kapoors frühe Pigmentarbeiten aus den 1980er Jahren. Die Skulptur benötigt keine Farbschicht zur Glättung der inneren Wölbung, denn die nahtlosen Stahlplatten sind so sorgfältig hergestellt, dass kein Licht durchdringt. Dadurch entsteht eine einheitliche, geschlossene Form. Die Stahlplatten stellen die notwendigen Bedingungen für die Dunkelheit und Grenzenlosigkeit - für die Leere - im Innern her. Kapoors Skulpturen geben Anlass zu Konfrontationen besonderer Art. Mit einem Gewicht von 24 Tonnen erscheint das rohe, industrielle Äußere von Memory mit seinen sichtbaren Bolzen und Scharnieren geradezu bedrohlich.

Memory ist eine ortspezifische Arbeit, in der es um Form und Leere geht und die eine Herausforderung an die Architektur des Deutsche Guggenheim darstellt und diese verändert. Sie gehört zu Kapoors größten und einprägsamsten Werken,“ sagt Richard Armstrong, Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation.

Mit der Eröffnung des Deutsche Guggenheim im Jahre 1997 begann auch das einzigartige und ambitionierte Programm zwischen der Solomon R. Guggenheim Foundation und der Deutschen Bank, Werke zeitgenössischer Kunst in Auftrag zu geben. Dadurch wurde das Guggenheim zu einem Katalysator künstlerischer Produktionen. Unter den bisherigen Teilnehmern befinden sich sowohl etablierte als auch junge Künstler aus verschiedenen Ländern, die mit unterschiedlichen Medien, von Malerei und Fotografie bis zu großformatigen Skulpturen oder Videoinstallationen, arbeiten. Anish Kapoor: Memory ist die vierzehnte Auftragsarbeit seit Einführung des Programms. Sie stellt daneben die erste Zusammenarbeit der Guggenheim Foundation mit diesem für seinen visionären Blick und seiner fundierten Ästhetik bekannt gewordenen Künstler dar.

Anish Kapoor wurde 1954 in Mumbai, Indien, geboren. Er lebt seit den frühen 70ern in London und gewann im Laufe der 80er schnell an Ansehen. Bekannt geworden ist er durch seine Untersuchungen der „Leere“ und seinen spezifischen Umgang mit Farbe und Größenverhältnissen, wodurch er die zeitgenössische Skulptur neu definiert hat. Kapoor’s Arbeiten wurden umfangreich in London und auf internationaler Ebene gezeigt; Einzelausstellungen fanden u. a. in der Kunsthalle Basel, der Tate Gallery und der Hayward Gallery in London, im Reina Sofia in Madrid, CAPC in Bordeaux und vor kurzem am Institute of Contemporary Art (ICA) in Boston statt. 1990 vertrat Kapoor Großbritannien bei der 44. Biennale in Venedig, wo er mit dem Premio Duemila-Preis ausgezeichnet wurde. 1991 gewann er den renommierten Turner Prize.

Im kommenden Jahr wird er u. a. im MAK, Wien, und in The Royal Academy in London ausstellen. Zu seinen bedeutendsten großformatigen Installationen und Auftragswerken zählen Taratantara (Baltic, Gateshead, 1999 und Piazza Plebicito, Neapel), Marsyas (Tate Modern, London, 2002), Sky Mirror (Rockefeller Centre, New York, 2006), Cloud Gate (Millennium Park, Chicago, 2004) und Svayambh (Haus der Kunst, München, 2007).

Anish Kapoor: Memory wurde 2006 von Alexandra Munroe, Senior Curator of Asian Art, konzipiert und ist nach der Retrospektive Cai Guo-Qiang: I Want to Believe (2008) das zweite Projekt im Rahmen der Guggenheim Asian Art Initiative. Die Ausstellung wurde von Sandhini Poddar, Assistant Curator of Asian Art, organisiert, die auch den begleitenden Katalog entwarf. Er enthält eine ausführliche Analyse der kreativen und intellektuellen Arbeitsweise Kapoors und gibt Einblicke in die Entwicklung von Memory, von den ersten Modellen bis zur endgültigen Installation in Berlin. Interdisziplinäre Essays von Henri Lustiger-Thayer, Poddar, Gayatri Chakravorty Spivak, Steven Holl in Zusammenarbeit mit David van der Leer, sowie Christopher Hornzee-Jones beschreiben Memory innerhalb eines breit gefächerten, kunstkritischen Rahmens. Der Katalog beinhaltet auch einen umfassenden Rückblick auf seine Ausstellungen und eine Bibliografie zu Anish Kapoor. Der Katalog Anish Kapoor: Memory erscheint zweisprachig (Deutsch/Englisch) zum Preis von 25 Euro (Pressepreis: 7 Euro).

Die Ausstellung wird zu einem späteren Zeitpunkt im Solomon R. Guggenheim Museum in New York gezeigt.

Anlässlich der Ausstellung Anish Kapoor: Memory gibt das Deutsche Guggenheim die Edition Nr. 45 heraus, die auf dem Raummodell für das Auftragswerk im Deutsche Guggenheim basiert. Die Edition ist exklusiv in einer limitierten und signierten Auflage von 30 Exemplaren (Preis auf Anfrage) im Deutsche Guggenheim SHOP erhältlich, (030) 20 20 93 -15 / -16.

Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet, eingeleitet mit dem Artist’s Talk zwischen Anish Kapoor und Dr. Alexandra Munroe. Weitere Vorträge von Dr. Alexandara von Stosch, Chris Dercon, Dr. Ulrich-Wilhelm Thomale und Dr. Alexander Abbushi gewähren neue und interessante Einblicke in die Ausstellung. Kinder und Jugendliche können in speziellen Workshops ihre Talente erproben.

Täglich um 18 Uhr finden kostenlose Führungen statt. Die beliebten Lunch Lectures, mittwochs um 13 Uhr, und die bewährten Brunch Lectures, die sich sonntags um 11.30 Uhr mit einem spezifischen Aspekt der Ausstellung befassen, runden die Spannbreite an möglichen Begegnungen mit der Kunst ab.


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Fotomaterial zur Ausstellung
kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.


Weitere Informationen
Deutsche Guggenheim
Kontakt: Sara Bernshausen
Telefon: (030) 202093-14
Fax: (030) 202093-20
email: sara.bernshausen@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de

Deutsche Bank Kunst
Kontakt: Britta Färber
Telefon: +49 (69) 910-35960
email: britta.faerber@db.com
Internet: www.db-artmag.com