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Freeway Balconies

5. Juli bis 5. Oktober 2008

Die renommierte amerikanische Künstlerin Collier Schorr, die sich in ihrer Multimedia-Praxis mit den Strategien von Identitätsaneignung und Performance auseinandersetzt, hat auf Einladung der Solomon R. Guggenheim Foundation eine Gruppenausstellung organisiert, die zugleich als Selbstporträt und als Bestandsaufnahme der aktuellsten Trends in der amerikanischen Kunst konzipiert ist. Die Ausstellung wird vom 5. Juli bis zum 5. Oktober 2008 im Deutsche Guggenheim in Berlin zu sehen sein. Als bildende Künstlerin, Kritikerin und Dozentin verfolgt Schorr die Kunstszene aus einem höchst subjektiven Blickwinkel, der diesem experimentellen Gemeinschaftsprojekt die Richtung vorgibt. Der Titel der Ausstellung ist dem Werk des Beat-Poeten Allen Ginsberg entliehen und ist sowohl als Hommage als auch als ironische Anspielung gemeint. Freeway Balconies bezieht sich auf den Schnittpunkt von Spektakel und Voyeurismus in der amerikanischen Kultur.

Schorrs eigenwillige Auswahl versammelt neunzehn bekannte sowie aufstrebende Künstler, deren Werke im Dialog überraschende Entsprechungen und Widersprüche offenbaren. Die durch einen starken Gemeinschaftssinn charakterisierte Zusammensetzung, die um Beispiele aus Schorrs eigenem Schaffen gruppiert ist, verrät das Interesse der Kuratorin für das Ineinandergreifen unterschiedlicher Schichten von Identität und Identifikation, für das kulturelle Gedächtnis, für Erinnerungslücken und für die unterschiedliche Behandlung dieser Fragen in der künstlerischen Aktion und Produktion. Die Ausstellung oszilliert zwischen Performancekunst und Hollywood-Kult, zwischen populär und alternativ. Freeway Balconies akzeptiert das Vorhandensein mehrfacher, offenbar unvereinbarer Bedeutungen, die der Diskontinuität von Form und Inhalt entspringen, dem täuschenden Spiel der Erscheinungen. Das Resultat ist ein Gesprächskreis in Ausstellungsform, der Schorrs künstlerische Anliegen zur Diskussion stellt.

Die Ausstellung reflektiert ein von Pop-Einflüssen durchdrungenes Lebensgefühl, das typisch ist für das Amerika von heute, und durchleuchtet anhand eines breiten Spektrums unterschiedlicher Medien (Fotografie, Skulptur, Installation und Video) den performativen Impuls, der die Dynamik der neuesten Kunstformen prägt. Schorr würdigt eine Gruppe älterer Künstler wie Bruce Nauman, Yvonne Rainer und Adrian Piper, die in ihren Aktionen den Körper des Künstlers als Schauplatz der Kunst etabliert haben. Ihr Ansatz blieb maßgeblich für Künstler der jüngeren Generation wie Francesca Woodman, Ryan Trecartin oder Aki Sasamoto. Sara Gilberts Schnappschüsse ihres Freundes, des Schauspielers Leonardo DiCaprio, entstanden vor dessen Aufstieg zum Superstar, finden ihr Echo in den theatralischen Posen der von Rachel Rabhan fotografierten Studenten und in Elaine Stockis eigenwilliger Choreografie unbekannter Modelle. Leigh Ledares eindringliche Bilder der fast berühmt gewordenen Mutter nehmen hier eine Mittelstellung ein. Schorr teilt sich die Pop-Punk-Band Tokio Hotel mit Raymond Pettibon und die Schauspielerin Brooke Shields mit Richard Prince. Shinique Smiths Fanbriefe an den Filmstar Johnny Depp, Versuche einer Annäherung an das Idol, entsprechen den improvisierten Retuschen, mit denen Karen Kilimnik den Stil prominenter Vorbilder nachahmt. Eine Sicht des Starkults ganz anderer Art eröffnen die Videos von Matt Saunders. In dieser Arena hat Rashawn Griffins schwankender Bär aus Müllsäcken eine reale Chance gegen David Altmejds Riesenstatue. Sharon Hayes und Adam Pendleton evozieren den Geist des Aktivismus und die Rockmusik der 1960er-Jahre, komplizierter gemacht durch einen kulturellen Erinnerungsschwund als unzeitgemäße Appropriationen.

Collier Schorr hat für Freeway Balconies einen Katalog entwickelt, der nicht als bloßes Ausstellungsverzeichnis, sondern als Künstlerbuch gelesen werden will. Wie ihre jüngsten Vitrinen mit Dokumenten, Erinnerungsstücken, Fotografien, Büchern und anderen Informationsträgern dient der Katalog als Wegweiser durch die unkonventionelle Gedankenwelt der Künstlerin. Die Publikation enthält eine Einführung von Nancy Spector, Chefkuratorin des Guggenheim Museum, sowie Essays von Sarah Lewis, Dominic Eichler und Collier Schorr.
Der Katalog Freeway Balconies erscheint zweisprachig (Deutsch/Englisch, 21 Euro / Pressepreis: 7 Euro).

Anlässlich der Ausstellung Freeway Balconies gibt das Deutsche Guggenheim die Edition No. 44 heraus. Der Pigmentdruck Romantic Drawing, entstanden nach einer Fotografie von Collier Schorr, ist in einer limitierten und signierten Auflage von 50 Stück plus 15 A.P. exklusiv im Deutsche Guggenheim SHOP des Deutsche Guggenheim erhältlich. Preis: 1.100 Euro (Club 900 Euro). Deutsche Guggenheim SHOP: (030) 20 20 93 – 15/-16.

Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. Künstlergespräche mit Collier Schorr, Matt Saunders u. a. sowie Vorträge bekannter Experten wie Prof. Dr. Susanne von Falkenhausen gewähren neue und interessante Einblicke in die Ausstellung. Jugendliche ab 14 Jahren können in speziellen Workshops ihre Talente erproben.

Täglich um 18 Uhr finden kostenlose Führungen statt. Die beliebten Lunch Lectures, mittwochs um 13 Uhr, und die bewährten Brunch Lectures, die sich sonntags um 11.30 Uhr mit einem spezifischen Aspekt der Ausstellung befassen, runden die Spannbreite an möglichen Begegnungen mit der Kunst ab.

Künstler
David Altmejd
Sara Gilbert
Rashawn Griffin
Sharon Hayes
Karen Kilimnik
Leigh Ledare
Bruce Nauman
Adam Pendleton
Raymond Pettibon
Adrian Piper
Richard Prince
Rachel Rabhan
Yvonne Rainer
Aki Sasamoto
Matt Saunders
Collier Schorr
Shinique Smith
Elaine Stocki
Ryan Trecartin
Francesca Woodman


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Fotomaterial zur Ausstellung
kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.

Weitere Informationen
Deutsche Guggenheim
Kontakt: Sara Bernshausen
Telefon: (030) 202093-14
Fax: (030) 202093-20
email: sara.bernshausen@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de

Deutsche Bank Kunst
Kontakt: Britta Färber
Telefon: +49 (69) 910-35960
email: britta.faerber@db.com
Internet: www.db-artmag.com