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Jeff Wall: Belichtung

3. November 2007 bis 20. Januar 2008

Vom 3. November 2007 bis zum 20. Januar 2008 präsentiert das Deutsche Guggenheim die Ausstellung Jeff Wall: Belichtung. Die Ausstellung wurde speziell von Jeff Wall für das Deutsche Guggenheim zusammengestellt und zeigt erstmals vier neue großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien des kanadischen Künstlers. Gemeinsam mit dieser neuen Werkgruppe werden fünf Arbeiten früheren Datums präsentiert – Silbergelatineabzüge sowie Großbilddias in Leuchtkästen –, die sowohl formale als auch thematische Parallelen aufweisen.
Die Malerei, den Film sowie die theoretische Neuwertung dieser Disziplinen nach 1968 bezeichnet Jeff Wall als prägende Einflüsse auf seine Arbeit. Bekannt wurde er für seine frühe Verwendung von Großbilddias in Leuchtkästen, die das Format der Malerei mit der Brillanz der Filmleinwand verbinden. Walls Auseinandersetzung mit der Geschichte des fotografischen Mediums führte zur Aufteilung seines Schaffens in zwei unterschiedliche Produktionsstrategien: eine dokumentarische, die zufällig entdeckte Orte und Motive wiedergibt, und eine kinematografische, die eine präzise Bildregie voraussetzt. Seit Mitte der 1990er-Jahre entstehen auch großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien.
Von den vier neuen Werken für Jeff Wall: Belichtung folgen drei einem kinematografischen Ansatz. Jede Komposition gibt realistisch ein alltägliches Vorkommnis wieder: Eine Gruppe Arbeitsloser wartet auf einen Gelegenheitsjob; eine Frau kehrt, anscheinend nach einem harten Arbeitstag, in ihr trostloses Reihenhaus zurück; Kinder spielen auf einem verlassenen Gelände mit Spielzeugpistolen. Die vierte Fotografie der neuen Serie ist ein Dokumentarfoto ohne Personen. Die grandiose Aufnahme führt in einen Kühlraum, der jeden, der dort arbeitet, extremen Belastungen aussetzt.
Wall durchleuchtet mit Belichtung die Geschichte der Dokumentarfotografie und des neorealistischen Films. Gleich den Meistern dieser sich wechselseitig beeinflussenden Schulen nimmt er schonungslos die Lebensbedingungen der unteren Gesellschaftsschichten ins Objektiv. Die Trostlosigkeit der Sujets wird durch die monochrome Silbergelatinetechnik noch zusätzlich gesteigert. Der Künstler realisiert seine Aufnahmen direkt vor Ort mit Laiendarstellern, die unverfälscht, ohne gekünsteltes Gehabe agieren.
Die Fotografie ist wie kein anderes Medium prädestiniert, die Wirklichkeit festzuhalten. Die souveräne Leichtigkeit, mit der Jeff Wall imstande ist, zwischen Farbe und Schwarz-Weiß sowie zwischen dokumentarischer und kinematografischer Sichtweise zu wechseln, stellt die Voraussetzungen des fotografischen Realismus infrage.
Jeff Wall: Belichtung wurde von Jennifer Blessing, Kuratorin für Fotografie am Solomon R. Guggenheim Museum, New York kuratiert. Ausstellungsbegleitend erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch mit Textbeiträgen von Jennifer Blessing und Katrin Blum zum Preis von 22 Euro. Als Edition Nr. 41 des Deutsche Guggenheim entstand Searcher, 2007, in einer Auflage von 50 Exemplaren + 15 A. P. (26,6 x 35,5 cm). Dieser signierte Inkjetprint auf Papier ist exklusiv im Deutsche Guggenheim SHOP des Deutsche Guggenheim zum Preis von 2.200 Euro erhältlich.


Die Ausstellung wird von Vorträgen, einer Filmreihe sowie zahlreichen Kinder- und Jungendveranstaltungen begleitet. Das Sonderprogramm eröffnet am 3. November, um 11.30 Uhr, der Artist’s Talk. Jeff Wall spricht über sein Werk und seine neuen Arbeiten für Berlin. Sein Vortrag wird von Jennifer Blessing eingeleitet. Am 6. November, ab 16 Uhr, werden im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums des Deutsche Guggenheim alle vorangegangenen Auftragsarbeiten der letzten Jahre mit einer filmischen Themenreihe gewürdigt. Prof. Dr. Gregor Stemmrich spricht am 17. Januar 2008, um 19 Uhr, unter dem Titel Momente des Filmischen und Fotografischen im Werk von Jeff Wall über das Verhältnis des Künstlers zum Film. Während der Ausstellungsdauer wird im MusuemShop des Deutsche Guggenheim das filmische Portrait Kontaktabzüge: Jeff Wall von Jean-Pierre Krief (2002) zu sehen sein. Darüber hinaus gibt es ein von Jeff Wall persönlich ausgewähltes Filmprogramm, das das Deutsche Guggenheim in einer Kooperation mit dem Kino Arsenal präsentiert. Im Zeitraum vom 9. Dezember 2007 bis 19. Januar 2008 sind Filme von John Huston, Jean-Marie Straub, Jean Eustache und Rainer Werner Fassbinder am Potsdamer Platz zu sehen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Programmpunkten sowie dem umfangreichen Kinder- und Jugendprogramm entnehmen Sie bitte den beigelegten Flyern.
Ab dem 3. November hat das Deutsche Guggenheim neue Öffnungszeiten und ist täglich von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr für die Besucher des Hauses geöffnet. Eine weitere Veränderung anlässlich des zehnjährigen Bestehens betrifft unser Vermittlungsprogramm. Ab dem 5. November steht der ohnehin schon immer eintrittsfreie Montag im Deutsche Guggenheim unter dem Motto I like Mondays. Die Besucher erwarten spezielle Führungen: Studenten der Kunstgeschichte werden ihnen die Ausstellungen in spontanen Gesprächen näher bringen. Die innovativen Kurzführungen frei nach dem Motto „I like …“ finden von 11 bis 14 und 16 bis 19 Uhr statt.
An allen weiteren Tagen werden die kostenlosen Daily Lectures um 18 Uhr angeboten. Die bekannten Lunch Lectures mittwochs um 13 Uhr sowie die sonntäglichen Brunch Lectures um 11.30 Uhr runden das Programm ab.

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Fotomaterial zur Ausstellung
kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.

Weitere Informationen
Deutsche Guggenheim
Kontakt: Sara Bernshausen
Telefon: (030) 202093-14
Fax: (030) 202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de