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Hiroshi Sugimoto
Portraits 05.03. - 14.05.2000
Vom 5. März bis zum 14. Mai 2000 präsentiert das Deutsche Guggenheim mit Sugimoto: Portraits ein neues Auftragswerk für die Ausstellungshalle Unter den Linden. Hiroshi Sugimoto, 1948 in Tokio geboren, vertritt eine herausragende Position der Fotografie, indem er poetische Imagination und edle Eleganz mit konzeptioneller Komplexität verbindet.
1970 verließ der Künstler seine Heimat Japan, um in Los Angeles zu einer Zeit das Kunststudium aufzunehmen, als Minimal und Conceptual Art die Kunstszene beherrschten. Konzeptionelle Themen sollten Sugimoto somit vom Beginn seiner künstlerischen Entwicklung beschäftigen und sein gesamtes, bedeutendes Œuvre bestimmen. Inspiriert von der Malerei und Bildhauerei des Minimalismus erschloss er sich seine Themen über einen rigorosen Sinn für das Serielle. Fünf bedeutende fotografische Serien dominieren Sugimotos Werk bis heute: Theater (seit 1978), Dioramen und Wachsfigurenkabinette (seit 1976), Meeresansichten (seit 1980), Sanjusangendo, Halle der dreiunddreißig Buchten (1995) und Architektur (seit 1997).
In seinem jüngsten Auftragswerk für das Deutsche Guggenheim wendet sich Sugimoto erneut den Wachsfiguren der Dioramen-Serien zu. Anders als bei den frühen Arbeiten handelt es sich hier um überlebensgroße Schwarzweiß-Portraits historischer Persönlichkeiten wie Heinrich VIII., Queen Elizabeth I. und Voltaire, die er vor einem dramatisch ausgeleuchteten, schwarzen Hintergrund fotografierte. Einem für sein Œuvre neuartigen Ansatz folgend, löst Sugimoto die Wachsfiguren aus ihrer Inszenierung bei Madame Tussaud's in London, lässt sie in einer Dreiviertelperspektive posieren und beleuchtet sie im Chiaroscuro eines Rembrandt-Gemäldes. Seine malerischen Anspielungen sind voller Details und erinnern an Gemälde von Hans Holbein, Anthonis van Dyck oder Jacques Louis David, die oftmals als Vorlagen für die Wachsfiguren dienten.
Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die Fotografie einer Wachsdarstellung des Abendmahls von Leonardo da Vinci, die Sugimoto in einem japanischen Wachsfigurenkabinett aufnahm: In 5 Tafeln und über eine Länge von 7, 5 m schuf der Künstler eine dramatische Wiedergabe der berühmten Vorlage.
Sugimoto lässt mit diesen Aufnahmen eine Diskussion aufleben, die seit Erfindung der Fotografie nicht an Bedeutung verloren hat: das Verhältnis zwischen Malerei und dem Medium der technischen Reproduktion. Um ein Wachstableau von Jan Vermeers Musikstunde bei Madame Tussaud's in Amsterdam zu fotografieren, platzierte Sugimoto die Kamera so, dass das Stativ im Spiegelbild die Palette Vermeers ersetzt. Ein Rollentausch findet statt: Vermeer, der eine Camera Obscura nutzte, um häusliche Szenen realistisch darzustellen, wird hier zum Fotograf, Sugimoto zum Maler.
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Die Präsentation der Werke im Deutsche Guggenheim wetteifert mit der Grandeur einer traditionellen Portraitgalerie. Sie erweckt einen lebendigen Dialog mit den klassischen Gemäldegalerien der Stadt und fügt den neuesten Fotografien Sugimotos so eine weitere Bedeutungsebene hinzu.
Sugimoto: Portraits setzt die Reihe von Auftragswerken für die Ausstellungshalle Unter den Linden fort. Nach der monumentalen Gemälde-Trilogie von James Rosenquist und den Installationen von Andreas Slominski liegt bei dem dritten Auftragswerk erstmalig der Schwerpunkt auf der Fotografie.
Die Ausstellung wurde von Nancy Spector, Curator of Contemporary Art, und Tracey Bashkoff, Assistant Curator des Guggenheim Museums, New York, kuratiert. Es erscheint ein von Takaaki Matsumoto gestalteter Katalog mit Abbildungen aller Exponate der Auftragsarbeit in Deutsch und Englisch zum Preis von DM 59,--. Das Buch erscheint mit sechs verschiedenen Umschlagmotiven, die auch komplett im Set erhältlich sind. Neben einem Einleitungstext von Nancy Spector enthält die Publikation Essays von Carol Armstrong, Norman Bryson und Dr. Thomas Kellein sowie ein Interview von Tracey Bashkoff mit dem Künstler.
Unter dem Titel "A Curatorial Eye" findet eine spezielle Führung durch die Ausstellung mit der Kuratorin Tracey Bashkoff am Sonntag, dem 5. März 2000, um 11.30 Uhr statt. Der Katalogautor Dr. Thomas Kellein, Kunsthalle Bielefeld, wird zum Thema "Hiroshi Sugimoto: Erleuchteter Atheismus" am Mittwoch, dem 10. Mai 2000, 19 Uhr, einen Vortrag halten.
Inspiriert von Hiroshi Sugimotos Portraits entstand als Edition No. 10 des Deutsche Guggenheim eine Schwarzweiß-Replik der Halskette von Jane Seymour, der dritten Frau Heinrich VIII. Eine Serie von Reproduktionen kehrt hier an ihren Ausgangspunkt zurück: das Kollier, erstmals auf einem Gemälde Hans Holbeins d. J. festgehalten, bei Madame Tussaud's in eine Wachsfigur umgewandelt und von Sugimoto in eine Schwarzweiß-Fotografie übertragen, erscheint nun wieder als tragbares Objekt. Die exklusive Edition ist in einer limitierten und signierten Auflage von 100 Stück im MuseumsShop zum Preis von DM 690,-- erhältlich.
Pressekonferenz: Freitag, 3. März 2000, 11 Uhr
Fotomaterial zur Ausstellung

kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.
Weitere Informationen

Leitung: Svenja Gräfin von Reichenbach
Presse: Sara Bernshausen
Telefon: 030-202093-14
Fax: 030-202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de
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