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Amazonen der Avantgarde

Alexandra Exter, Natalja Gontscharowa, Ljubow Popowa, Olga Rosanowa, Warwara Stepanowa und Nadeschda Udalzowa
10. Juli bis 17. Oktober 1999



Vom 10. Juli bis 17. Oktober 1999 präsentiert das Deutsche Guggenheim Amazonen der Avantgarde, eine Ausstellung mit Werken von sechs russischen Künstlerinnen, die im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts bedeutende Beiträge zur Entwicklung der Modernen Kunst leisteten: Alexandra Exter, Natalja Gontscharowa, Ljubow Popowa, Olga Rosanowa, Warwara Stepanowa und Nadeschda Udalzowa. Gezeigt werden mehr als 70 Gemälde und Arbeiten auf Papier aus über 30 öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter 16 Regionalmuseen in Russland. Viele Werke sind zum ersten Mal in Westeuropa und den USA zu sehen. Organisiert vom Solomon R. Guggenheim Museum für das Deutsche Guggenheim, wird die Ausstellung im Anschluss in der Royal Academy of Art, London, der Peggy Guggenheim Collection, Venedig, und dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, vorgestellt.

"Das Guggenheim-Museum kann auf eine bedeutende Geschichte der Sammlung und Präsentation russischer Avantgarde-Kunst zurückblicken," kommentiert Thomas Krens, Direktor des Solomon R. Guggenheim Museum. "Diese Ausstellung führt einige der herausragendsten Meisterwerke der Zeit zusammen und bietet einen neuen, sensiblen und informativen Ansatz zum Thema. Wir danken der Deutschen Bank für die großzügige Unterstützung dieses Projekts und die Finanzierung der internationalen Tournee der Ausstellung."

"Schon lange gibt es eine Verbindung zwischen der Deutschen Bank und der Kunst und Kultur Russlands", sagt Dr. Rolf-E. Breuer, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bank. "Wir freuen uns, mit dieser Ausstellung die innovativen Leistungen der russischen Avantgarde in neuem und glänzendem Licht zeigen zu können. Kunst zu rezipieren, bedeutet nicht nur Genss, sondern auch Auseinandersetzung."

Die innovativen Leistungen der russischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts wurden in den vergangenen Jahren umfassend dokumentiert. Ein Aspekt fand bisher jedoch kaum Berücksichtigung: Die starke Beteiligung von Künstlerinnen an dieser Bewegung. Nie zuvor hatten Frauen in der Kunst eine derart aktive, gestaltende Rolle bei der Entwicklung eines revolutionären Kulturprojekts gespielt. Sie prägten ein Programm, das die traditionellen Werte der Ästhetik neu definierte und die alten Trennungslinien zwischen Kunst und Leben verschob. Sie alle - so Olga Rosanowa - waren verbunden durch den Drang zur Entdeckung völlig "neuer Grundlagen des künstlerischen Schaffens".

Die Struktur der Ausstellung dokumentiert sowohl die individuellen Ansätze der Künstlerinnen als auch deren verbindende Elemente. Gleichzeitig wird so die Entwicklung der modernen russischen Kunst dargestellt. Die Kunst der russischen Avantgarde prägte die Zeit von der Jahrhundertwende bis zur Mitte der dreißiger Jahre und war eines der lebendigsten und fruchtbarsten Kapitel in der Geschichte der Modernen Kunst. Die Bandbreite des Erfindungsreichtums und der künstlerischen Praxis, die die verschiedenen Bewegungen und Schulen dieser Zeit repräsentieren, bleibt bis heute unerreicht. Die russische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts war sowohl von einer Assimilation der Ideen der europäischen Avantgarde, Dada, Futurismus und Kubismus, als auch von eigenen russischen Traditionen - Volkskunst und primitiver Kunst - geprägt.

Darüber hinaus war die Russische Moderne hierarchielos: Viele Künstler experimentierten gleichzeitig mit verschiedenen Ideen in der Malerei und arbeiteten an Entwürfen für die angewandten Künste, Theater, Film, Mode und Grafik.

Exter, Gontscharowa, Popowa, Rosanowa, Stepanowa und Udalzowa formulierten oder verfochten nur selten bestimmte soziale oder politische Ideologien. Ebenso wie die russische Avantgarde mannigfaltige Stile und Ansichten vereinte, vertraten auch diese Künstlerinnen verschiedene philosophische Schulen, hatten unterschiedliche gesellschaftliche Bestrebungen und ästhetische Überzeugungen. Was sie einte, war ihre Zustimmung zur Idee einer Kulturerneuerung und ihre Ablehnung dessen, was sie als überholten ästhetischen Kanon betrachteten.

Die Kuratoren der Ausstellung sind John E. Bowlt, University of Southern California, Los Angeles, Zelfira Tregulova, Moskau, und Matthew Drutt, Solomon R. Guggenheim Museum, New York.

Der Katalog, herausgegeben von John E. Bowlt und Matthew Drutt, enthält Aufsätze von Natalia Adaskina, Charlotte Douglas, Ekaterina Dyogot, Laura Engelstein, Nina Gurianova, Georgii Kovalenko, Alexander Lavrentiev, Olga Matich, Nicoletta Misler, Vasilii Rakitin, Dmitrii Sarabianov und Jane Sharp. Umfassend illustriert, ist er in deutscher, englischer und italienischer Sprache zum Preis von DM 59,-- erhältlich.

Als Edition No. 8 des Deutsche Guggenheim erscheint ein Sportanzug nach einer Tuschezeichnung der Künstlerin Warwara Stepanowa von 1923. In einer nummerierten Auflage von 300 Stück entstand ein Workout-Suit für das 21. Jahrhundert. Aus einem der modernsten Funktionsmaterialien Lycra Power produzierte adidas die exklusive Edition für das Deutsche Guggenheim, die zum Preis von DM 150,-- im MusuemsShop erhältlich ist.

Gemeinsam mit den Freunden der Deutschen Kinemathek e.V. Berlin konzipiert, zeigt die Reihe Amazonen der Avantgarde im Film ab 27. August 1999 im Kino "Arsenal" Filme der russischen Avantgarde. Das für das Deutsche Guggenheim zusammengestellte Programm präsentiert avantgardistische Filme mit der Schauspielerin Alexandra Chochlowa, Montagearbeiten von Esfir Schub und Jelisaweta Swilowa sowie einen bisher unbekannten Film von Lilja Brik. Auch Jakow Protasanows Science-Fiction-Film "Aelita"/1926 mit Weltraumkostümen von Alexandra Exter wird zu sehen sein.
Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Ausstellung entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Pressekonferenz: Freitag, 9. Juli 1999, 11 Uhr


Fotomaterial zur Ausstellung

kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Leitung: Svenja Gräfin von Reichenbach
Presse: Sara Bernshausen
Telefon: 030-202093-14
Fax: 030-202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de

Solomon R. Guggenheim Foundation
Scott Gutterman
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E-mail: sgutterman@guggenheim.org