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James Rosenquist

Swimmer in the Econo-mist
07. März - 14. Juni 1998



Die erste Auftragsausstellung in der Kunsthalle Unter den Linden

Vom 7. März bis 14. Juni 1998 zeigt das Deutsche Guggenheim erstmals das neue Werk "The Swimmer in the Econo-mist" (1997-1998) des amerikanischen Künstlers James Rosenquist. Diese monumentale, aus drei Teilen bestehende Gemäldefolge wurde für die Ausstellungshalle Unter den Linden geschaffen. Außerdem sind Vorstudien zu diesem Werk zu sehen.

"The Swimmer in the Econo-mist" ("Der Schwimmer im Wirtschafts-nebel") ist der erste Beitrag in einer Reihe von Werken bedeutender zeitgenössischer Künstler, die gemeinsam von Deutscher Bank und Solomon R. Guggenheim-Foundation für die neue Ausstellungshalle in Auftrag gegeben werden. Es ist die zweite Ausstellung des Deutsche Guggenheim, das im November 1997 mit "Pariser Visionen: Robert Delaunays Serien" seine Eröffnung feierte.

Rosenquist wurde 1933 in Grand Forks, North Dakota, geboren. Nach einem Studium an der Universität von Minnesota kam er 1955 im Rahmen eines Stipendiums an der Art Students League nach New York. Dort war George Grosz einer seiner Lehrer. Zum damaligen Zeitpunkt dominierte der abstrakte Expressionismus noch die Kunstszene. Rosenquist schuf ungegenständliche Werke auf Leinwand und verdiente sich seinen Lebensunterhalt in New York als Maler von Reklamebildern für Fassaden und Plakatwände. Zum Zeitpunkt seiner ersten Ausstellung, im Jahre 1962 in der Green Gallery, hatte er bereits zur Pop Art gefunden, denn Sujets, Techniken und Farbpalette stammten aus der Werbung.

Sein berühmtes Gemälde F-111 (1964-1965), das sich über die vier Wände der New Yorker Galerie Leo Castelli erstreckte, war damals das flächenmäßig größte Gemälde der Pop Art. Als F-111 von 1965 bis 1967 durch Europa auf Tournee ging, wurde Rosenquist auch deutschen Kunstliebhabern ein Begriff. Seine Werke wurden in zahlreichen Galerien und Museen in Deutschland gezeigt, u. a. auch in einer Retrospektive im Wallraf-Richartz-Museum in Köln im Jahre 1972.

Die Ausstellung in Berlin wurde kuratiert von Robert Rosenblum, Kurator der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts des Solomon R. Guggenheim Museums und Professor für Moderne Europäische Malerei am Institute of Fine Arts der New Yorker Universität. Rosenblum beschreibt "The Swimmer in the Econo-mist" als eine "Zeitkapsel der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Es besitzt den epischen Schwung der Vergangenheit und es durchbricht gewissermaßen auch eine Schallmauer zur Zukunft. Aber vor allem hat es die panoramische Reichweite, die unseren Planeten, den Kosmos und alles, was man im Laden kaufen kann, zusammenfaßt. Es geht vom Himmel zur Hölle und vom Besonderen zum Universellen."

Die Sujets von "The Swimmer in the Econo-mist" sind Industrie und Konsumverhalten sowie die für Turbulenzen anfällige Wirtschaft. Das Gemälde steht auch in Bezug zu den Kriegen, die dieses Jahrhundert geprägt haben, wie es die aus den Bildern F-111 und Picassos Guernica übernommenen Motive suggerieren. Die auf dem Gemälde umherwirbelnden Strudel stehen als visuelle Metapher für Unruhe: beim Übergang von Schwarzweiß-Darstellungen zu lebhaften Farben, vom Abstrakten zum Realistischen, vom Weltlichen zum Außerirdischen eilen sie über die großen Leinwände bis zum Ende der Galerie und kommen erst dort zum Halten. Mitten im tumultartigen Universum erscheinen die deutschen Farben als Sonnenaufgang.

Zur Ausstellung wurde ein 56seitiger Katalog mit Farbillustrationen herausgegeben, der ein Interview Rosenblums mit dem Künstler sowie einen Essay von Judith Goldman, der bedeutendsten Schülerin Rosenquists enthält. "Lunch-Lectures", Themen-Führungen, Pop Art Touren durch Berlin-Mitte sowie eine Filmserie über den Künstler und seine Zeitgenossen begleiten die Ausstellung. Zudem zeigt der von Ultan Guilfoyle produzierte, 25minütige Film die Entstehung des Gemäldes im Studio des Künstlers.

Anläßlich der zweiten Ausstellung hat Deutsche Guggenheim in Zusammenarbeit mit Hugo Boss Rosenquists berühmten Papieranzug aus den 60er Jahren neu produziert. Der Anzug, den Rosenquist zu Pop-Art- Ausstellungseröffnungen und Partys getragen hat, ging weit über die Mode hinaus und wurde zur perfekten Verkörperung dieser Ära. Produziert in Tyvek, einem äußerst haltbaren Material von DuPont, wird diese limitierte Edition, die ausschließlich im Deutsche Guggenheim erhältlich ist, den Rosenquist-Papieranzug bis in das neue Jahrtausend erhalten.


Fotomaterial zur Ausstellung

kann unter www.photo-files.de/guggenheim direkt aus dem Netz heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Leitung: Svenja Gräfin von Reichenbach
Presse: Sara Bernshausen
Telefon: 030-202093-14
Fax: 030-202093-20
email: berlin.guggenheim@db.com
Internet: www.deutsche-guggenheim.de