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Meet the Member of the Deutsche Guggenheim Club:
Barbara und Rüdiger Schwarz

Barbara und Rüdiger Schwarz sind 2001 dem Deutsche Guggenheim Club beigetreten. Die Begeisterung für Reisen und Kultur hat auch das Interesse der überzeugten Berliner am Programm des Deutsche Guggenheim Club geweckt. Im Interview erzählt das Ehepaar, welche Reisen mit dem Club sie am meisten beeindruckt haben.




Wie ist ihr Verhältnis zu Berlin?

Rüdiger Schwarz: Wir sind alteingesessene Berliner. Wir wohnen beide seit 1939 hier, haben alle Höhen und Tiefen dieser Stadt und dieses Landes miterlebt – das Kriegsende, die Besetzung Berlins, den Kalten Krieg, die fünfziger Jahre, die Teilung Deutschlands. Der Mauerbau hatte besondere mentale Auswirkungen auf uns. Da hat sich die Welt einfach grundsätzlich verändert. Aber wir sind dennoch hier geblieben. Ich bin Jurist und hatte damals die Chance in die Wirtschaft zu gehen, in ein großes Unternehmen, das auch zu Mauerzeiten seine Hauptverwaltung in Berlin hatte. Dort habe ich meinen Weg gemacht und war dann längere Zeit Generalbevollmächtigter mit vielen Aufgaben, die mich häufig in Richtung Westen führten – ich saß ein paar Mal die Woche im Flieger.

Barbara Schwarz: Wir sind gern und viel gereist. Zugleich hat Berlin so viel Kunst zu bieten gehabt, natürlich auch bevor es das Deutsche Guggenheim gab. Wir sind keine ausgesprochenen Experten, aber wir waren sehr kunstinteressiert und sind schon früh in den Neuen Berliner Kunstverein eingetreten, in dem wir 20 Jahre Mitglieder waren. Zur modernen Kunst sind wir auch durch unsere Kinder und durch häufige gemeinsame Museumsbesuche mit ihnen gekommen. Der Bau der Neuen Nationalgalerie war ein großes Ereignis für uns. Mies van der Rohe war persönlich im Rollstuhl dabei, als das große Dach aufgesetzt wurde.

RS: Zur klassischen Kunst hatten wir natürlich eine andere Beziehung als zur modernen. Wir hatten das Gefühl, wir müssten da eine Lücke füllen und wünschten uns dabei auch Hilfe. Ende der neunziger Jahre kam ein Brief von der Deutschen Bank, in dem sich der Deutsche Guggenheim Club vorstellte und die Möglichkeit bot einzutreten. Da haben wir gedacht: „Mensch, wäre ja eine Sache“.

BS: Was wir auch als Kunden bei der Deutschen Bank so gut finden ist, dass dort lebende Kunst hängt. Wir sind in den Hauptsitzen in Frankfurt, New York und London gewesen. In allen Büros hängen Bilder, je höher man kommt, desto schöner sind sie (Lachen). Die Führung durch die Vorstandsetagen in den Frankfurter Zwillingstürmen war besonders beeindruckend, mit diesen bedeutenden Kunstwerken und den breiten, lichten Gängen.

RS: Der Beitritt zum Deutsche Guggenheim Club war aber besonders reizvoll, weil das Guggenheim uns bereits ein Begriff war. Auf unseren Reisen nach New York führte der Weg selbstverständlich auch ins Guggenheim Museum.



In den berühmten Bau von Frank Lloyd Wright.

RS: Ja, und dort haben wir beim ersten Besuch eine fantastische Ausstellung mit den Werken von Kandinsky gesehen. Die Bilder kannten wir aus Murnau, wo Wassily Kandinsky mit Gabriele Münter gelebt hat. Wir haben in einem Hotel gleich in der Nähe ihres Hauses Jahre lang unseren Urlaub verbracht. Wir waren häufig im Gabriele Münter Haus und im Stadtmuseum Murnau. Dort gab es auch eine Ausstellung über Hilla von Rebay - wieder diese Verbindung zum Guggenheim.

BS: Bestechend war, dass man meinte, jeden Baum auf diesen Gemälden zu erkennen, und dann sieht man diese vertraute bayerische Umgebung von einem so großen Künstler gemalt. Es begeistert uns immer, wenn sich die Kreise auf solche Weise schließen.

RS: Im Laufe der Zeit begann so etwas wie eine mentale Freundschaft. Wir kannten die Geschichte der Guggenheim Familie und hatten auch schon die Peggy Guggenheim Collection in Venedig besucht.

BS: Dem Club sind wir ja schon sehr früh beigetreten. Damals war das noch ein kleiner Kreis.

RS: Ich habe die Nummer 279. Heute sind es schon sehr viel mehr. Das war so um 2000 herum und der Club war entschieden kleiner als heute. Man kannte sich deshalb noch etwas besser.

BS: Damals war es auch noch nicht so „in“, zu den Eröffnungen zu gehen. Heute strömt ja ganz Berlin dort hin. Dass der Kreis jetzt größer ist, stört uns aber nicht. Im Gegenteil. Mein Mann freut sich immer, wenn er dort früheren Kollegen oder alten Bekannten begegnet.

RS: Ich war hier in Berlin ehrenamtlich für meine Firma und die Branche in zahlreichen Ämtern und kenne sehr viele Menschen, die man bei den Eröffnungen wieder trifft. Die Politik vom Deutsche Guggenheim und dem Club geht ja dahin, sich immer weiter zu öffnen und das finde ich prima. Das bekommt Berlin sehr gut, dem Deutsche Guggenheim und den Menschen, die dort hingehen.

BS: Besonders hat uns beim Club gefallen, dass man eben nicht nur in die Werke eingeführt wird, sondern auch die Künstler trifft. Wie etwa Tom Sachs, der hier in Berlin eine Ausstellung hatte. Mit dem Club haben wir ihn dann in New York in seinem Studio besucht. Das war aufregend, ein Riesenerlebnis für uns alle. Was wir aber natürlich auch immer wieder schätzen ist, wie toll man mit dem Club empfangen wird. Das war auch so als wir auf derselben Reise wieder im Guggenheim Museum in New York waren. Es ist natürlich angenehm, wenn man exklusiv durch solch eine Institution geführt wird. Oder auf der Reise zur letzten Biennale in Venedig, wo wir oben auf der Terrasse der Peggy Guggenheim Collection empfangen wurden, von der aus man auf den Canal Grande blickt. Das hat alles eine ganz besondere Atmosphäre.



Welches war Ihr persönliches Reisehighlight mit dem Club?

BS: Das waren für mich Mailand und Turin. Dort gibt es die Fondazione Arnaldo Pomodoro, ein gigantisches Museum. Dann sind wir von Mailand aus nach Varese gefahren zur Panza Collection. Das war eigentlich das größte Erlebnis. Herr Panza ist schon ein alter Herr. Er sammelt alles: asiatische Kunst, Minimal Art, Farbfeldmalerei, Licht-Installationen. All diese moderne Kunst in einem alten Palazzo, durch den einen der 85-jährige Sammler führt. Toll, ganz toll.

RS: Wir haben uns hier dann gleich den Katalog zur Sammlung gekauft. Diese Reise allein wäre ein Grund gewesen, in den Deutsche Guggenheim Club einzutreten. Es sieht bei den Panzas wirklich alles aus wie im Paradies. Wir hatten das Glück, dass der Patron uns persönlich geführt hat. Danach gab es noch einen Empfang in seinen Privaträumen.

BS: Das ist ein ganz herrlicher Palast, diese Räume mit den großen Fenstern und dem Blick in den Park. Dann noch ein wunderschöner, mit italienischen Antipasti gedeckter Tisch – das ist das Deutsche Guggenheim, das mit seinem guten Namen all diese Türen öffnet. So etwas würden wir sonst nie erleben. Oder die Begegnungen in der Villa Romana in Florenz. Dort waren wir im letzten Jahr, um die Künstler der Ausstellung Freisteller zu besuchen, die als Stipendiaten des Künstlerhauses im Deutsche Guggenheim ihre Arbeiten zeigten. Beeindruckend wie die Stipendiaten in dieser alten Villa auf den Hügeln von Florenz wohnen. Der Blick ist einmalig von dort oben. Die Künstler haben abends mit uns gegessen und stellten dort noch einmal ihre Werke vor.



Zwischen Kandinsky und jungen Gegenwartskünstlern wie dem Amerikaner Tom Sachs oder den Stipendiaten der Villa Romana liegt eine ziemliche Spannweite. Es ist ja ungewöhnlich, dass sie beides genießen.

RS: Wir sind da nicht nur offen, sondern auch interessiert.

BS: Das lernt man ja auch mit den Ausstellungen. Es gab Ausstellungen, bei denen kannte ich die Künstler vorher gar nicht.

RS: Selbst Bill Viola haben wir erst so kennengelernt. Die Arbeit hat mich ausgesprochen begeistert. Oder Kara Walker mit den Scherenschnitten. Wir haben es niemals bereut. Ganz im Gegenteil. Nur dadurch, dass wir diese ständige Berührung haben, lernen wir diesen Kunstbereich wirklich zu lieben.

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