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Meet the Member of the Deutsche Guggenheim Club: Kristina Ehle und Sascha Lazimbat Kristina Ehle und Sascha Lazimbat sind junge Sammler aus Berlin. Die aktive Teilnahme am Kunstgeschehen ist für sie ebenso wichtig, wie der direkte Kontakt zu Künstlern. Die vom Deutsche Guggenheim Club organisierten Künstlergespräche zählen für sie zu den besonderen Highlights des Programms.
Sie gehören zu den profiliertesten jungen Sammlern in Berlin. Wie hat sich Ihre Leidenschaft für Gegenwartskunst entwickelt? Sascha Lazimbat: Das geschah eigentlich schrittweise. Wir sammeln jetzt seit 2001 oder 2002. Wir sind schon immer regelmäßig in Museen gegangen, haben aber anfänglich die Galerienszene nicht so intensiv verfolgt. In den letzten zehn Jahren gab es in dieser Hinsicht in Berlin ungeheuer viel Bewegung und so hat sich auch unser Interesse für das, was in Künstlerräumen und kommerziellen Galerien passiert, potenziert. Wir waren von dieser vitalen Szene sehr schnell angezogen, wir haben uns Kopfüber hinein gestürzt - bis zu dem Punkt wo wir zu Messen gefahren sind, zu allen anderen möglichen wichtigen Ereignissen rund um die Welt, wo man sich so denkt: Das muss man noch mitnehmen und das muss man sich auch noch anschauen. Kristina Ehle: Der Schritt vom Museum in die Galerien war sicher auch von erfahrenen und älteren Sammlern geprägt, die wir kennen lernten. Man kommt irgendwann an den Punkt, wo man sich sagt: Ich möchte das nicht nur draußen anschauen. Ich möchte das für mich haben, in meiner Wohnung und jeden Tag sehen können. SL: Am Anfang gab es da auch keinen Masterplan oder roten Faden für eine Sammlung, sondern einfach nur Arbeiten, die einen fasziniert haben. Wir haben ganz intuitiv das gekauft, was uns gefangen genommen hat und was finanziell für uns erreichbar war. KE: (Lacht) Mittlerweile verschulden wir uns aber immer weiter für die Kunst…. Was war die erste Arbeit, die sie gekauft haben? KE: Das war ein Gemälde von Peter Rösel SL: Ja. Hier im Schlafzimmer hängt dieses relativ minimale Bild, was eine Wüstenlandschaft mit einer Fata Morgana darstellt. Wo sich Peter Rösel tatsächlich in die Wüstenlandschaft Namibias hingestellt und Orte gesucht hat, wo es Luftspiegelungen und Fata Morganen gibt. Das hat er versucht, auf die Leinwand zu bannen. Auf dem Rahmen ist der genaue GPS-Code von dieser Stelle in der Wüste markiert. Man könnte also genau hinfahren an die Stelle, würde aber nicht das sehen, was auf dem Bild ist, weil das eben nur eine Erscheinung war. In Ihrer Sammlung sind ebenso Malerei und Skulptur wie Fotografie und Video vertreten. Gibt es eine verbindende Komponente für die Werke, die Sie sammeln? KE: Kunst muss eine konzeptionelle Ebene haben, die gleichzeitig zu einer ästhetischen Lösung führt. Kunst hat mit unserem Leben und unserer Arbeit zu tun, mit unserem kulturellen Hintergrund und dem, was uns interessiert. SL: Ich arbeite bei Warner Music und betreue den Bereich Business and Coorporate Development, in dem es um all die neuen Aktivitäten geht, die für vormalige Plattenfirmen im Wandel des Marktes immer wichtiger werden: die Veranstaltung von Live Konzerten, Merchandising, Internetangebote, die Kommerzialisierung von Künstlerwebseiten. KE: Ich bin selbstständige Rechtsanwältin und Beraterin für Urheber- und Vertragsrecht, betreue und berate aber in erster Linie nicht nur juristisch sondern auch in Businessfragen. Meine Klientel sind Künstler, kleine Galerien und Kunstprojekte. Wir sind also beide Juristen und bewegen uns hierbei an der Schnittstelle von Medien, Entertainment, Inhalten und Technologie der neuen Medien. Das spielt auch bei unserer Leidenschaft für junge Kunst und beim Sammeln eine große Rolle. Es geht um den inhaltlichen Austausch, um Inspiration und Ideen. Es ist uns wirklich wichtig, die Werke und die Künstler dahinter kennen zu lernen. Das geht besonders gut, wenn man junge Kunst sammelt. Wir hatten bisher ausgesprochenes Glück, weil die Künstler, von denen wir Arbeiten gekauft haben, auch immer super nette, sympathische Menschen waren, mit denen wir auch gerne privat etwas machen. SL: Aber natürlich ist diese persönliche Ebene nicht zwingend. Uns interessiert die Begegnung mit Künstlern ganz grundsätzlich. Deshalb finde ich auch die Künstlergespräche das Spannendste und Wichtigste am Deutsche Guggenheim Club. KE: Wir haben zum Beispiel Gerhard Richter persönlich über den Club erleben dürfen, wir fanden Tom Sachs ganz toll und natürlich Jeff Wall. Das sind Begegnungen, die für mich sehr wichtig waren und unglaublich viel Spaß gemacht haben. SL: Gereizt hat uns die Möglichkeit zu den Previews zu gehen. So auch zum Feuerwerk von Cai Guo-Qiang, als er für seine Ausstellung Head On ein ganzes Fertighaus in die Luft sprengte. KE: Bemerkenswert finde ich, dass der Club in diesem Jahr angefangen hat, Kunst für Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen zugänglich zu machen. Das haben wir finanziell mit unterstützt und auch an Veranstaltungen teilgenommen. Viele der Kinder waren noch nie in ihrem Leben im Stadtzentrum, geschweige denn im Museum. Ich finde es sehr gut, dass die Deutsche Bank sich hier engagiert. Längerfristig sollten solche Projekte vermehrt vom Club unterstützt werden. Neben der Kunst lieben Sie beide gutes Essen. Wenn Sie von einem Zauberer vor die Wahl gestellt würden, entweder den Rest Ihres Lebens gutes Essen zu genießen oder gute Kunst anzuschauen, was wäre die Entscheidung? KE: Gutes Essen! SL: Ich würde den Zauberer bitten, dass er die Kunst in „edible art“ verwandelt. « zurück zur Übersicht |
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