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Denken in Bildern. Woran erkenne ich einen Tisch? Wie kann ich ihn zeichnerisch wiedergeben? Wann wird ein Tisch zur Skulptur? Richard Artschwagers Kunst ist Wahrnehmung und Darstellung unseres Sehens. Nicht der Gegenstand selbst, sondern dessen Deutung und Nutzung in unterschiedlichen Kontexten interessieren den Künstler. Seine Arbeit an Bildern und Objekten gründet, wie er selbst festhielt, „auf der Beziehung zwischen dem Gegenstand, seinem Hersteller/Verbraucher und dem gemeinsamen Raum, den sie beanspruchen“. Für die visuelle Analyse, für Untersuchungen über Maßstab und Perspektive, Raum und Fläche ist alles Expressive, sind Farbe und Stil nur hinderlich und ist prinzipiell jeder Gegenstand geeignet: Kartoffeln, eine Gürtelschnalle, Fotos aus den Medien. Für die künstlerische Deklination seines „Universums“ benötigte Artschwager 1975 nur „Tisch, Fenster, Spiegel, Tür, Teppich und Korb“. Der „blp“, die zweite vielfältig variierte Konstante im Werk des Künstlers, ist eine neutrale und nichts-sagende, also vorsprachliche Form. Gerade deshalb kann sie aber jede Größe (bis zur Außenskulptur) und jedes Material annehmen.

„Kunst beruht auf einer Reihe von Anweisungen“, ist der Skeptiker Artschwager überzeugt. Vereinbarungen und tradierte Codes innerhalb unserer Gesellschaft bestimmen unsere Wahrnehmung. Ein Rahmen lenkt Aufmerksamkeit auf das Umrandete, ein Ausrufezeichen auf das Gesagte. Doch Artschwager stellt diese Regeln in Frage und führt sie uns oft erst dadurch vor Augen: In seinem Rahmen spiegeln wir uns nur selbst, sein Ausrufezeichen bleibt nur ein Zeichen – ohne Botschaft, Reliefs „gießen“ sich in Wandecken, Fotoporträts werden zu Stühlen, schützende Kisten zum eigentlichen Inhalt.

„Auf und Nieder/Kreuz und Quer“ – Wahrnehmung ist nicht eindimensional, sie bedeutet Austausch. In Artschwagers Oeuvre sind Zeichnung, Skulptur und Bild eigenständige Gattungen und dennoch inhaltlich und formal wechselseitig verbunden: „Bildhauerei ist zum Anfassen. Malerei fürs Auge. Ich wollte eine Skulptur fürs Auge und eine Malerei zum Anfassen machen.“






Richard Artschwager wurde 1923 in Washington, D.C., als Kind deutsch-russischer Eltern geboren. Er lebt heute bei Hudson, New York. Seine Ausstellung „Auf und Nieder/Kreuz und Quer“ im Deutsche Guggenheim umfasst über 40 Zeichnungen, Skulpturen, Bilder und Multiples von 1965 bis 2003 aus dem Bestand der Deutschen Bank und privaten Sammlungen. Nach Berlin werden die Werke vom 29. November 2003 bis Ende Januar 2004 im Museum Moderner Kunst - Stiftung Wörlen in Passau zu sehen sein.


Lesen sie zur Ausstellung das Exklusiv-Interview auf www.db-art.info, dem online Kunstmagazin der Deutschen Bank: In New York erzählt Artschwager über seine neuen Arbeiten, seine Leidenschaft für da Vinci und verrät wie Britney Spears´ Name richtig geschrieben wird...

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